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Versicherungs- und Garantiemodelle: Risikominimierung für Langzeitinvestitionen

Spezialisierte Versicherungs- und Garantielösungen haben sich als entscheidendes Instrument für die Risikominimierung bei Ladeinfrastruktur-Investitionen etabliert. Diese Produkte decken sowohl technische als auch kommerzielle Risiken ab und erhöhen so die Bankfähigkeit von Projekten. Der globale Markt für Ladeinfrastruktur-Versicherungen wird bis 2030 auf 5 Milliarden Euro jährlich geschätzt.

Versicherungslösungen für technische Risiken:

  1. Allgefahrendeckung für Hardware:

    • Deckt Schäden durch Feuer, Wasser, Vandalismus, technische Defekte

    • Versicherungssumme: 100% des Neuwerts

    • Prämie: 0,8-1,2% der Versicherungssumme pro Jahr

    • Beispiel: Munich Re - "Charging Point All Risk"

  2. Betriebsunterbrechungsversicherung:

    • Deckt Einnahmeausfälle bei technischen Ausfällen

    • Selbstbeteiligung: typisch 24-72 Stunden

    • Prämie: 0,5-0,8% der Jahresumsätze

    • Beispiel: Zurich - "Business Interruption for EV Charging"

  3. Produkthaftpflicht:

    • Deckt Schäden an Fahrzeugen oder Personen

    • Deckungssumme: 10-50 Millionen Euro

    • Prämie: 0,3-0,5% der Umsätze

    • Beispiel: Allianz - "EV Charger Liability"

Garantielösungen für kommerzielle Risiken:

  1. Mindestumsatz-Garantien:

    • Staatliche oder kommunale Garantien für Mindesteinnahmen

    • Deckung: 60-80% der prognostizierten Umsätze

    • Laufzeit: 5-10 Jahre

    • Beispiel: UK Infrastructure Bank - "Revenue Support Guarantee"

  2. Technologieleistungs-Garantien:

    • Herstellergarantien für Leistung und Verfügbarkeit

    • Typisch: 95% Verfügbarkeit, 10 Jahre Leistungsgarantie

    • Beispiel: ABB - "10-Year Performance Warranty"

  3. Energiepreis-Garantien:

    • Festpreisgarantien für Strombezug

    • Laufzeit: 3-5 Jahre

    • Beispiel: EDF - "Fixed Price Power Purchase Agreements"

Risikotransfer-Strukturen:

  1. Multi-Risk-Policies:

    • Kombinierte Deckung mehrerer Risiken in einer Police

    • Günstigere Prämien durch Bündelung

    • Beispiel: Swiss Re - "Charging Infrastructure Comprehensive"

  2. Captive Insurance:

    • Eigene Versicherungsgesellschaft für große Betreiber

    • Steuerliche Vorteile und Kosteneinsparungen

    • Beispiel: Shell - "Shell Captive" für Ladeinfrastruktur

  3. Insurance-Linked Securities:

    • Verbriefung von Versicherungsrisiken am Kapitalmarkt

    • Höhere Deckungskapazitäten

    • Beispiel: World Bank - "Green Cat Bond" für Klimarisiken

Risikobewertungsmodelle:Versicherer verwenden spezielle Modelle zur Bewertung von Ladeinfrastruktur-Risiken:

  • Technisches Risiko: MTBF-Analyse, Alterungsmodelle, Umweltfaktoren

  • Kommerzielles Risiko: Standortanalyse, Nachfrageprognosen, Wettbewerbsbewertung

  • Externes Risiko: Netzstabilität, regulatorische Änderungen, Marktentwicklung

Prämienkalkulation:Die Prämien variieren je nach Risikoprofil:

  • Niedriges Risiko (Autobahn, etablierte Technologie): 1-2% der Versicherungssumme

  • Mittleres Risiko (städtisch, neue Technologie): 2-4% der Versicherungssumme

  • Hohes Risiko (ländlich, innovative Technologie): 4-8% der Versicherungssumme

Renditeeffekte:Durch adäquate Versicherungslösungen können sich die Eigenkapitalrenditen um 2-5 Prozentpunkte verbessern, da weniger Eigenkapital für Risikoreserven benötigt wird. Gleichzeitig verbessert sich die Finanzierbarkeit.

Marktentwicklung:

  • Europa: Führend in kombinierten Versicherungslösungen

  • USA: Starker Markt für Gewährleistungsversicherungen

  • Asien: Schnelles Wachstum bei Technologieversicherungen

Für AFAX POWER bieten Versicherungs- und Garantielösungen die Möglichkeit, Investoren zusätzliche Sicherheit zu bieten. Durch Partnerschaften mit spezialisierten Versicherern können maßgeschneiderte Lösungen entwickelt werden, die spezifische Risiken der Ladeinfrastruktur abdecken.

 
 
 

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