UK: Das schnelle Netzwerk – wie britische Politik private Investoren anlockt
- AFAX POWER

- Dec 25, 2025
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Großbritannien hat nach dem Brexit einen eigenständigen Förderansatz entwickelt, der gezielt private Investitionen in schnelle Ladeinfrastruktur anlockt. Die britische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 300.000 öffentliche Ladepunkte zu installieren, wobei der Schwerpunkt klar auf Hochgeschwindigkeitsladen (>50 kW) liegt. Das Investitionsvolumen wird auf 6 Milliarden Pfund geschätzt, wovon mindestens 80% aus privaten Quellen stammen sollen.

Rapid Charging Fund: Mit 950 Millionen Pfund finanziert dieser Fonds die Netzverstärkungen für Schnellladestationen entlang des strategischen Straßennetzes (Strategic Road Network). Die Besonderheit: Die Mittel fließen nicht an die Ladestationsbetreiber, sondern an die Netzbetreiber, um die erforderlichen Netzausbauten zu finanzieren. Dies reduziert das größte Investitionsrisiko und senkt die Einstiegshürden für Betreiber erheblich.
Local Electric Vehicle Infrastructure (LEVI) Fund: 450 Millionen Pfund stehen für lokale Behörden zur Verfügung, um öffentliche Ladepunkte in Wohngebieten zu finanzieren. Der Fonds fördert sowohl die Hardware als auch die Planung und den Betrieb, mit Zuschüssen von bis zu 75% der Gesamtkosten.
Workplace Charging Scheme: Unternehmen können Zuschüsse von bis zu 14.000 Pfund pro Standort für die Installation von Ladepunkten am Arbeitsplatz erhalten. Die Förderung deckt bis zu 75% der Kosten für maximal 40 Ladepunkte pro Antragsteller.
On-Street Residential Chargepoint Scheme: Lokale Behörden können 7.500 Pfund pro Ladepunkt für die Installation an öffentlichen Straßen in Wohngebieten erhalten. Dieses Programm zielt speziell auf Bewohner ohne private Parkplätze.
Zero Emission Vehicle (ZEV) Mandate: Ab 2024 müssen Automobilhersteller einen steigenden Anteil von Elektrofahrzeugen verkaufen, der bis 2030 auf 80% steigt. Diese regulatorische Vorgabe schafft verlässliche Nachfrage und damit Planungssicherheit für Infrastrukturanbieter.
Steuerliche Anreize:
100% First-Year Allowance für gewerbliche Ladepunkte
Reduzierte Mehrwertsteuer von 5% auf Installationsdienstleistungen
Keine Benefit-in-Kind-Steuer für Arbeitnehmer, die am Arbeitsplatz laden
Ofgem's Green Recovery Scheme: Der britische Energieregulierer Ofgem investiert 300 Millionen Pfund in Netzinnovationen, die speziell die Integration von Ladeinfrastruktur erleichtern. Dazu gehören intelligente Netzsteuerungen und virtuelle Kraftwerke.
Investitionsrenditen: Durch die Kombination aus direkter Förderung und indirekten Anreizen können private Investoren in UK Renditen von 15-25% erzielen, insbesondere an stark frequentierten Standorten. Die britische Regierung schätzt, dass sich Investitionen in Schnellladestationen innerhalb von 5-7 Jahren amortisieren.
Regionale Chancen: Während London und der Südosten bereits gut versorgt sind, bieten Schottland, Wales und Nordirland aufgrund zusätzlicher regionaler Förderprogramme besonders attraktive Investitionsmöglichkeiten. Die schottische Regierung beispielsweise bietet zusätzlich bis zu 30.000 Pfund pro Schnellladestation.
Public-Private Partnerships: Die britische Regierung fördert aktiv Partnerschaften zwischen lokalen Behörden und privaten Betreibern. Modelle wie "Concession Agreements" ermöglichen es privaten Unternehmen, über 15-20 Jahre exklusive Betriebsrechte für öffentliche Ladepunkte zu erhalten.
Für AFAX POWER bietet der britische Markt dank der klaren politischen Ausrichtung und der starken Betonung von Schnellladen exzellente Wachstumschancen. Besonders attraktiv ist die Fokussierung auf private Investitionen, die einen wettbewerbsintensiven aber auch hochprofitablen Markt schafft.




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