Südeuropas Aufholjagd: Italien und Spaniens milliardenschwere Aufbauprogramme
- AFAX POWER

- Dec 25, 2025
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Italien und Spanien, lange Zeit Nachzügler in der europäischen E-Mobilität, haben in den letzten Jahren milliardenschwere Aufbauprogramme für Ladeinfrastruktur aufgelegt. Beide Länder nutzen EU-Mittel aus dem Recovery and Resilience Facility (RRF) intensiv, um ihren Rückstand aufzuholen und bis 2030 wettbewerbsfähige Lade-Ökosysteme aufzubauen.

Italiens PNRR (Piano Nazionale di Ripresa e Resilienza): Mit 13,7 Milliarden Euro aus dem EU-Wiederaufbaufonds hat Italien das bisher größte Ladeinfrastruktur-Programm Europas gestartet. Die Hauptkomponenten:
7,5 Milliarden Euro für 21.500 Schnellladepunkte entlang der Autobahnen
3,5 Milliarden Euro für 100.000 öffentliche Ladepunkte in Städten
2,7 Milliarden Euro für Ladeinfrastruktur in ländlichen Gebieten
Die Förderquote beträgt bis zu 80% der Gesamtkosten, wobei kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bevorzugt werden.
Spaniens Moves III-Programm: Mit 1,35 Milliarden Euro fördert dieses Programm sowohl private als auch öffentliche Ladepunkte:
Private Ladepunkte (Wohngebäude): bis zu 70% der Kosten, maximal 1.400 Euro
Öffentliche Ladepunkte: bis zu 80% der Kosten, keine Obergrenze
Schnellladestationen: zusätzliche 20% Förderung für Standorte in ländlichen Gebieten
Italiens Superbonus 110%: Diese außergewöhnliche Steuervergünstigung ermöglicht es, 110% der Investitionskosten für energetische Sanierungen, einschließlich Ladeinfrastruktur, von der Steuer abzusetzen. Die Regelung gilt bis 2025 und hat bereits zu einem Investitionsboom geführt.
Spaniens "Ley de Cambio Climático": Das Klimaschutzgesetz verpflichtet alle Gemeinden mit über 50.000 Einwohnern, bis 2023 Ladeinfrastruktur-Pläne zu entwickeln und umzusetzen. Dies schafft einen garantierten Markt für Anbieter.
Regionale Förderprogramme:
Italien: Regionen wie Lombardei (300 Millionen Euro) und Emilia-Romagna (200 Millionen Euro) bieten zusätzliche Förderungen
Spanien: Katalonien (180 Millionen Euro) und Madrid (150 Millionen Euro) haben eigene Programme
Steuerliche Anreize:
Italien: 50% Abschreibung im ersten Jahr für gewerbliche Ladepunkte
Spanien: 15% Steuergutschrift für Investitionen in nachhaltige Mobilität
Netzanschluss-Vereinfachungen: Beide Länder haben die Genehmigungsverfahren für Netzanschlüsse von Ladestationen auf maximal 30 Tage verkürzt und die Kosten gedeckelt.
Öffentlich-private Partnerschaften: Sowohl Italien als auch Spanien fördern aktiv PPP-Modelle, insbesondere für Autobahn-Ladekorridore. Private Betreiber erhalten Konzessionen für 15-20 Jahre.
Renditeaussichten: Aufgrund des Nachholbedarfs und der hohen Förderquoten können Investoren in Italien und Spanien Renditen von 18-25% erzielen, deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Besonders attraktiv sind Standorte abseits der Haupttouristenrouten, wo die Förderungen am höchsten sind.
Zielvorgaben:
Italien: 31.500 öffentliche Ladepunkte bis 2026, 100.000 bis 2030
Spanien: 100.000 öffentliche Ladepunkte bis 2023, 250.000 bis 2030
Für AFAX POWER bieten die südeuropäischen Märkte dank der massiven EU-Förderungen und des klaren politischen Willens hervorragende Wachstumschancen. Die Kombination aus hohen Förderquoten und Nachholbedarf schafft ein besonders attraktives Investitionsumfeld.




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