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Südeuropas Aufholjagd: Italien und Spaniens milliardenschwere Aufbauprogramme


Italien und Spanien, lange Zeit Nachzügler in der europäischen E-Mobilität, haben in den letzten Jahren milliardenschwere Aufbauprogramme für Ladeinfrastruktur aufgelegt. Beide Länder nutzen EU-Mittel aus dem Recovery and Resilience Facility (RRF) intensiv, um ihren Rückstand aufzuholen und bis 2030 wettbewerbsfähige Lade-Ökosysteme aufzubauen.

Italiens PNRR (Piano Nazionale di Ripresa e Resilienza): Mit 13,7 Milliarden Euro aus dem EU-Wiederaufbaufonds hat Italien das bisher größte Ladeinfrastruktur-Programm Europas gestartet. Die Hauptkomponenten:

  • 7,5 Milliarden Euro für 21.500 Schnellladepunkte entlang der Autobahnen

  • 3,5 Milliarden Euro für 100.000 öffentliche Ladepunkte in Städten

  • 2,7 Milliarden Euro für Ladeinfrastruktur in ländlichen Gebieten

Die Förderquote beträgt bis zu 80% der Gesamtkosten, wobei kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bevorzugt werden.

Spaniens Moves III-Programm: Mit 1,35 Milliarden Euro fördert dieses Programm sowohl private als auch öffentliche Ladepunkte:

  • Private Ladepunkte (Wohngebäude): bis zu 70% der Kosten, maximal 1.400 Euro

  • Öffentliche Ladepunkte: bis zu 80% der Kosten, keine Obergrenze

  • Schnellladestationen: zusätzliche 20% Förderung für Standorte in ländlichen Gebieten

Italiens Superbonus 110%: Diese außergewöhnliche Steuervergünstigung ermöglicht es, 110% der Investitionskosten für energetische Sanierungen, einschließlich Ladeinfrastruktur, von der Steuer abzusetzen. Die Regelung gilt bis 2025 und hat bereits zu einem Investitionsboom geführt.

Spaniens "Ley de Cambio Climático": Das Klimaschutzgesetz verpflichtet alle Gemeinden mit über 50.000 Einwohnern, bis 2023 Ladeinfrastruktur-Pläne zu entwickeln und umzusetzen. Dies schafft einen garantierten Markt für Anbieter.

Regionale Förderprogramme:

  • Italien: Regionen wie Lombardei (300 Millionen Euro) und Emilia-Romagna (200 Millionen Euro) bieten zusätzliche Förderungen

  • Spanien: Katalonien (180 Millionen Euro) und Madrid (150 Millionen Euro) haben eigene Programme

Steuerliche Anreize:

  • Italien: 50% Abschreibung im ersten Jahr für gewerbliche Ladepunkte

  • Spanien: 15% Steuergutschrift für Investitionen in nachhaltige Mobilität

Netzanschluss-Vereinfachungen: Beide Länder haben die Genehmigungsverfahren für Netzanschlüsse von Ladestationen auf maximal 30 Tage verkürzt und die Kosten gedeckelt.

Öffentlich-private Partnerschaften: Sowohl Italien als auch Spanien fördern aktiv PPP-Modelle, insbesondere für Autobahn-Ladekorridore. Private Betreiber erhalten Konzessionen für 15-20 Jahre.

Renditeaussichten: Aufgrund des Nachholbedarfs und der hohen Förderquoten können Investoren in Italien und Spanien Renditen von 18-25% erzielen, deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Besonders attraktiv sind Standorte abseits der Haupttouristenrouten, wo die Förderungen am höchsten sind.

Zielvorgaben:

  • Italien: 31.500 öffentliche Ladepunkte bis 2026, 100.000 bis 2030

  • Spanien: 100.000 öffentliche Ladepunkte bis 2023, 250.000 bis 2030

Für AFAX POWER bieten die südeuropäischen Märkte dank der massiven EU-Förderungen und des klaren politischen Willens hervorragende Wachstumschancen. Die Kombination aus hohen Förderquoten und Nachholbedarf schafft ein besonders attraktives Investitionsumfeld.

 
 
 

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