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Kommunale Ausschreibungen: Wie Städte und Gemeinden Investoren suchen

Kommunale Ausschreibungen für Ladeinfrastruktur haben sich zu einem wichtigen Marktsegment entwickelt. Allein in Deutschland werden jährlich über 500 Ausschreibungen mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden Euro durchgeführt. Diese Ausschreibungen bieten private Investoren die Chance, mit geringem Wettbewerb in gesicherte Märkte einzutreten.

Ausschreibungsarten:

  1. Konzessionsvergaben:

    • Exklusive Rechte für den Betrieb öffentlicher Ladepunkte

    • Laufzeiten: 10-20 Jahre

    • Vergabekriterien: Technische Lösung (40%), Preis (30%), Nachhaltigkeit (30%)

    • Beispiel: München - 1.200 Ladepunkte über 15 Jahre

  2. Öffentlich-private Partnerschaften (PPP):

    • Gemeinsame Finanzierung und Betrieb

    • Risikoteilung zwischen Kommune und Privatunternehmen

    • Beispiel: Hamburg - 1.000 Ladepunkte in PPP mit Vattenfall

  3. Direktvergaben:

    • Für kleine Projekte unter EU-Schwellenwerten (aktuell 221.000 Euro)

    • Vereinfachte Verfahren

    • Beispiel: Mittelstädte mit 50-100 Ladepunkten

Ausschreibungsprozess:

  1. Vorbereitung: 6-12 Monate Planung durch die Kommune

  2. Bekanntmachung: EU-weit im TED-Portal (Tenders Electronic Daily)

  3. Bewerbung: 2-4 Monate für Angebotserstellung

  4. Auswahl: 3-6 Monate Bewertung und Verhandlung

  5. Vergabe: Unterzeichnung des Vertrags

Vergabekriterien (gewichtete Bewertung):

  • Technische Lösung (30-40%): Ladeleistung, Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit

  • Wirtschaftlichkeit (25-35%): Investitionskosten, Betriebskosten, Preis pro kWh

  • Nachhaltigkeit (20-30%): Ökostrom-Anteil, Recycling-Konzept, lokale Wertschöpfung

  • Innovation (10-15%): Neue Geschäftsmodelle, KI-Optimierung, Bürgerbeteiligung

Finanzierungsmodelle in Ausschreibungen:

  1. 100% private Finanzierung: Investor finanziert alles, erhält Einnahmen

  2. Teilfinanzierung: Kommune beteiligt sich an Investitionskosten (typisch 30-50%)

  3. Betriebsmodell: Kommune finanziert Investition, Investor betreibt gegen Gebühr

Erfolgsfaktoren für Bieter:

  • Lokale Präsenz: Niederlassung oder Partner vor Ort

  • Referenzen: Ähnliche Projekte bereits umgesetzt

  • Finanzkraft: Nachweis ausreichender Eigenmittel

  • Innovation: Besondere technologische oder geschäftliche Lösungen

Risiken und Chancen:

  • Politisches Risiko: Wechselnde Prioritäten nach Wahlen

  • Planungsrisiko: Verzögerungen bei Genehmigungen

  • Nachfrage-Risiko: Unsicherheit bei der Auslastung

  • Chance: Langfristige, stabile Einnahmequelle

Beispielprojekte:

  • Berlin: 1.000 Ladepunkte - Volumen: 80 Millionen Euro

  • Wien: 600 Ladepunkte - Volumen: 45 Millionen Euro

  • Zürich: 400 Ladepunkte - Volumen: 35 Millionen Euro

Renditeerwartungen: Kommunale Projekte bieten typischerweise Renditen von 7-10% bei moderatem Risiko. Die langfristigen Verträge (10+ Jahre) sorgen für Planungssicherheit.

Für AFAX POWER bieten kommunale Ausschreibungen die Chance, mit lokalen Partnern stabile Geschäftsbeziehungen aufzubauen. Durch Spezialisierung auf bestimmte Kommunengrößen oder Regionen können Wettbewerbsvorteile aufgebaut werden.

 
 
 

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