Investitionswellen erkennen: Wo die Renditechancen im Ladesäulen-Markt liegen
- AFAX POWER

- Dec 25, 2025
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Der Markt für Ladeinfrastruktur erlebt keine lineare Entwicklung, sondern deutliche Investitionswellen, die klaren Mustern folgen. Die erste Welle (2015-2020) konzentrierte sich auf Early-Adopter-Standorte in urbanen Zentren und basierte hauptsächlich auf staatlichen Förderungen. Die zweite Welle (2021-2025) wird von Autobahn- und Gewerbestandorten geprägt, mit gemischter Finanzierung aus öffentlichen und privaten Quellen. Die dritte Welle (ab 2026) wird die flächendeckende Versorgung im ländlichen Raum und die Integration in Energieökosysteme vorantreiben.

Die größten Renditechancen liegen aktuell in drei Segmenten: Autobahn-Schnellladen verspricht aufgrund der hohen Auslastung und Preisbereitschaft die schnellste Amortisation. Investitionsrechnungen zeigen, dass 350-kW-Stationen an stark frequentierten Raststätten eine Kapitalrendite (ROI) von 12-18% innerhalb von 5-7 Jahren erreichen können. Entscheidend ist hier die Partnerschaft mit den Betreibern der Standorte und die Sicherung ausreichender Netzanschlusskapazitäten.
Flottenlösungen für gewerbliche Kunden bieten stabile Cashflows durch langfristige Verträge. Besonders lukrativ sind Depotladungen für Logistikunternehmen und öffentliche Verkehrsbetriebe, wo die stationären Standorte eine hohe Auslastung garantieren. Durch die Integration von Energiemanagement-Diensten können zusätzliche Erlöse generiert werden, etwa durch die Vermarktung von Flexibilität an Netzbetreiber.
Lade-Hubs in städtischen Ballungsräumen entwickeln sich zu Multifunktionsstandorten. Diese dritte Chance liegt weniger in der reinen Ladegebühr, sondern in den zusätzlichen Dienstleistungen: Parkgebühren, Retail-Angebote, Werbeeinnahmen und Datendienste. Innovative Betreiber erzielen bereits bis zu 40% ihrer Einnahmen aus diesen Zusatzservices.
Für strategische Investoren bieten sich besonders Betreibergesellschaften mit skalierbaren Plattformen an. Der Wert liegt nicht in der Hardware, sondern in der Software, den Kundendaten und den Netzwerkeffekten. Bewertungen erfolgreicher Player zeigen, dass die Software-Komponente bereits 60-70% des Unternehmenswerts ausmacht.
Die risikogerechte Rendite variiert deutlich: Während Autobahnstandorte bei 8-10% p.a. liegen, bieten Flottenlösungen 6-8% bei geringerem Risiko. Urbane Hubs können bei geschickter Entwicklung 15%+ erreichen, erfordern aber hohes Management-Know-how.
Für AFAX POWER bedeutet dies, Investoren je nach Risikoprofil unterschiedliche Produkte anzubieten: Hardware-as-a-Service für konservative Investoren, Betreibermodelle mit Beteiligung für risikobereitere Kapitalgeber und Komplettlösungen inklusive Software für strategische Partner.




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