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Europa vereinheitlicht: Die Auswirkungen der AFIR-Verordnung auf Investitionen

Die EU-Alternative Fuels Infrastructure Regulation (AFIR) markiert einen Wendepunkt für Investitionen in Ladeinfrastruktur. Die Verordnung schafft erstmals verbindliche, EU-weite Vorgaben, die Planungssicherheit für Investoren bieten und gleichzeitig den Wettbewerb harmonisieren. Die wichtigsten Bestimmungen und ihre Investitionsauswirkungen:

Verbindliche Ausbauziele bis 2030: Entlang des TEN-T-Kernnetzes müssen alle 60 km Schnellladestationen mit mindestens 150 kW Leistung installiert werden. Für das größere Gesamtnetz gilt eine Dichte von mindestens einer Station pro 100 km. Dies schafft einen garantierten Mindestbedarf von 53.000 Schnellladepunkten bis 2030 und generiert ein Investitionsvolumen von 18-24 Milliarden Euro.

Zahlungsvereinfachung: AFIR schreibt vor, dass an allen neuen Schnellladestationen ab 2025 Zahlung per Debit- oder Kreditkarte ohne Registrierung möglich sein muss. Diese Regelung reduziert die Markteintrittsbarrieren für neue Anbieter erheblich und erzwingt eine Standardisierung der Bezahlsysteme. Für Investoren bedeutet dies geringere Software-Entwicklungskosten und breitere Kundenzugänglichkeit.

Preistransparenz: Die Verordnung verpflichtet Betreiber zur klaren Angabe der Preise pro kWh, inklusive aller Steuern und Abgaben. Zusätzlich müssen die tatsächlichen Ladeleistungen angezeigt werden. Diese Transparenz erleichtert Investitionsentscheidungen, da die Erlöspotenziale besser kalkulierbar werden.

Interoperabilität und Roaming: AFIR fördert aktiv den Wettbewerb durch Vorgaben zur Datenverfügbarkeit und Roaming. Investoren können so leichter standortübergreifende Netzwerke aufbauen, ohne mit jedem lokalen Betreiber separate Verhandlungen führen zu müssen.

Investitionssicherheit durch staatliche Garantien: Die Mitgliedstaaten müssen verbindliche nationale Strategien zur Umsetzung von AFIR vorlegen, die konkrete Finanzierungszusagen enthalten. Dies reduziert das politische Risiko für Investoren erheblich.

Auswirkungen auf Renditeerwartungen: Durch die Harmonisierung des Marktes werden die Margen tendenziell sinken, gleichzeitig aber die Volumina steigen. Experten erwarten eine Konsolidierung der Renditen im Schnellladebereich auf 8-12% p.a. bei gleichzeitiger Verringerung der Volatilität.

Regionale Chancen: Besonders attraktiv werden Investitionen in Regionen mit aktuell geringer Ladedichte, da hier die AFIR-Vorgaben den stärksten Nachholbedarf schaffen. Dies betrifft vor allem ländliche Gebiete und die neuen EU-Mitgliedstaaten in Osteuropa.

Für AFAX POWER bedeutet AFIR sowohl Herausforderungen als auch Chancen: Die Standardisierung erfordert Anpassungen an bestehende Produkte, gleichzeitig öffnet sie aber den gesamten EU-Markt mit seinen 450 Millionen potenziellen Nutzern. Erfolgreich werden jene Anbieter sein, die die AFIR-Vorgaben nicht nur erfüllen, sondern als Basis für innovative Dienstleistungen nutzen.

 
 
 

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