Deutschlands Masterplan: Die Doppelförderung von Bundesregierung und EU-Fonds
- AFAX POWER

- Dec 25, 2025
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Deutschlands Förderlandschaft für Ladeinfrastruktur ist durch eine einzigartige Doppelstruktur gekennzeichnet: Nationale Programme des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) werden durch EU-Fonds wie den Aufbau- und Resilienzfaktor (ARF) ergänzt. Diese Kombination schaffet ein Fördervolumen von über 10 Milliarden Euro bis 2030 und stellt Deutschland an die Spitze der europäischen Förderung.

Bundesförderung Ladeinfrastruktur (BMDV): Dieses Flaggschiff-Programm bietet Zuschüsse von bis zu 80% der förderfähigen Kosten. Die aktuelle Richtlinie unterscheidet zwischen:
Privaten Ladepunkten (Wallboxen): bis zu 900 Euro pro Ladepunkt
Öffentlich zugänglicher Infrastruktur: bis zu 50.000 Euro pro Ladepunkt
Schnellladestationen: bis zu 300.000 Euro pro Station
Besonders innovativ ist die "Innovationsförderung", die Pilotprojekte für neue Technologien wie bidirektionales Laden oder induktives Laden mit bis zu 5 Millionen Euro fördert.
Deutschlandnetz: Mit 2 Milliarden Euro finanziert der Bund den Aufbau von 1.000 Schnellladestandorten entlang der Autobahnen und Bundesstraßen. Diese Standorte werden durch wettbewerbliche Ausschreibungen vergeben, wobei die Förderung als Kapitalzuschuss oder langfristige Mietzahlung gestaltet sein kann.
EU-Aufbau- und Resilienzfonds: Deutschland erhält 25,6 Milliarden Euro aus diesem Fonds, von denen mindestens 4 Milliarden für die Verkehrswende vorgesehen sind. Ein erheblicher Teil fließt in Ladeinfrastruktur, insbesondere in die Schließung von Lücken im ländlichen Raum.
KfW-Förderprogramme: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau bietet zinsgünstige Darlehen mit Tilgungszuschüssen für gewerbliche Ladeinfrastruktur. Die Effektivverzinsung kann unter 1% liegen, bei Laufzeiten von bis zu 20 Jahren.
Länder- und Kommunalförderungen: Ergänzend bieten alle 16 Bundesländer eigene Förderprogramme an, die häufig zusätzlich zu den Bundesmitteln genutzt werden können. Besonders aktiv sind Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, deren Programme gezielt regionale Schwerpunkte setzen.
Steuerliche Abschreibungen: Unternehmen können Investitionen in Ladeinfrastruktur mit bis zu 40% im ersten Jahr abschreiben (degressive Abschreibung), was die steuerliche Belastung erheblich reduziert.
Investitionssicherheit: Durch die langfristige Ausrichtung der Programme bis 2030 und die breite politische Unterstützung bietet Deutschland ein besonders stabiles Investitionsumfeld. Die Kombination aus Zuschüssen und günstigen Darlehen ermöglicht Eigenkapitalrenditen von 12-18% bei moderatem Risiko.
Regionale Chancen: Während die Metropolregionen bereits gut versorgt sind, bieten ländliche Regionen und strukturschwache Gebiete die größten Chancen, da hier die Förderquoten am höchsten sind und der Wettbewerb geringer.
Für AFAX POWER bedeutet das deutsche Fördersystem, dass eine erfolgreiche Marktbearbeitung lokale Expertise erfordert. Die Kombination verschiedener Förderquellen ("Förder-Mix") erfordert spezialisiertes Know-how, bietet aber gleichzeitig die Chance, Projekte mit minimalem Eigenkapitaleinsatz umzusetzen.




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