Der Goldrausch der E-Mobilität: Kapitalflüsse und Finanzierungsmodelle für Lade-Projekte
- AFAX POWER

- Dec 25, 2025
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Die Finanzierung von Ladeinfrastruktur-Projekten hat sich in den letzten drei Jahren dramatisch diversifiziert. Während anfangs fast ausschließlich staatliche Fördermittel und Eigenkapital der Betreiber zur Verfügung standen, fließen heute Kapitalströme aus allen Segmenten des Finanzmarkts. Das Gesamtvolumen an investiertem Kapital wird für Europa auf 45-60 Milliarden Euro bis 2030 geschätzt, wobei der Anteil privaten Kapitals auf über 70% steigen wird.

Institutionelle Investoren wie Pensionsfonds und Versicherungen entdecken Ladeinfrastruktur als neue Anlageklasse mit attraktiven risikoadjustierten Renditen. Diese Investoren bevorzugen Project Finance-Strukturen mit langfristigen Cashflows, wie sie etwa durch Flottenverträge oder ÖPP-Modelle (Öffentlich-Private Partnerschaften) generiert werden können. Typische Investmentgrößen liegen zwischen 50 und 500 Millionen Euro, mit Laufzeiten von 15-25 Jahren.
Private-Equity-Fonds konzentrieren sich auf Wachstumskapital für expandierende Betreibergesellschaften. Sie investieren typischerweise 20-100 Millionen Euro in Unternehmen, die ihre Marktposition ausbauen oder neue Geschäftsmodelle entwickeln wollen. Die Exit-Strategien umfassen Börsengänge, Verkäufe an strategische Investoren oder Secondary Buyouts.
Infrastrukturfonds haben sich als wichtige Finanzierungsquelle etabliert. Diese Fonds sammeln Kapital von institutionellen Anlegern und investieren direkt in physische Infrastrukturprojekte. Charakteristisch sind niedrigere Renditeerwartungen (5-8% p.a.) bei gleichzeitig hoher Sicherheit durch langfristige Verträge und staatliche Garantien.
Green Bonds und Nachhaltigkeitsanleihen erleben einen Boom. Im Jahr 2023 wurden allein in Europa über 8 Milliarden Euro für Ladeinfrastruktur-Projekte über Green Bonds aufgebracht. Diese Anleihen bieten Investoren die Möglichkeit, gezielt in nachhaltige Projekte zu investieren, während Emittenten von günstigeren Konditionen profitieren.
Crowdfunding und Retail-Investments gewinnen an Bedeutung. Plattformen wie Econeers oder Bettervest ermöglichen auch Kleinanlegern die Beteiligung an Lade-Projekten mit Investments ab 250 Euro. Dies schafft nicht nur zusätzliche Finanzierungsquellen, sondern auch eine breitere gesellschaftliche Akzeptanz.
Innovative Finanzierungsmodelle wie Asset-Backed Securities (ABS) für Ladesäulen-Portfolios oder Sale-and-Leaseback-Modelle gewinnen an Beliebtheit. Diese ermöglichen Betreibern, Kapital aus bestehenden Anlagen freizusetzen, um in weiteres Wachstum zu investieren.
Für AFAX POWER eröffnen sich dadurch vielfältige Möglichkeiten: Als Technologiepartner in Project-Finance-Strukturen, als Wachstumskapital-Empfänger bei Expansion in neue Märkte oder als Asset-Manager für institutionelle Investoren, die in physische Infrastruktur investieren wollen.




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